Formuliere bitte die wichtigsten Gedanken und Anregungen seitens der anderen Teilnehmer, die Du für Dich an dem Abend mitgenommen hast:
Zwei Grundpositionen:
- Neu ist Entstehung von Poly- oder Patchwork-Identität, unterstützt vom Internet
- Verlassen eigener Identität nicht möglich (Ich bin ich), auch nicht im Internet.
Internet und Entstehung narzisstischer Persönlichkeiten
Internet und Verlust von Identität (z. B. Second Life)
Das Web, die Social Media Plattformen als große Geburtstagsparty.
Lose Kontakte unterschiedlicher Gruppen in der sich die Einzelperson bewegt, können aus dem digitalen Profil die Vielzahl der Rollen und Zugehörigkeit der Einzelperson erkennen.
Veränderung der Prägung der Identität. Früher 25% von mir und 75% von den Anderen. Hinzu 25% von den Anderen und 75% von mir. Führt vermutlich zu Narzismus.
Größte Gefahr geht aus dem Erfassen und Auswerten der passiv getrackten Daten und den möglichen Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen.
Identität im Sperrfeuer des Marketings, das perfekte Produkt dem Individuum auf den Leib schneidern und es ihm zu empfehlen.
Krasses Beispiel des vollständigen Eintauchens in 2nd Life. 16h täglich führten zur Verschmelzung der digitalen und realen Identität.
Was multiple Identitäten zusammenhält, ist das von innen heraus wirkende *Gefühl*, dass all diese für einen selbst zusammengehören und eine Einheit bilden.
Das ernsthafte, dauerhafte Aufrechterhalten einer multiplen Identität ist ungeheuer *anstrengend* und deshalb impraktikabel und kaum in der Wirklichkeit vorzufinden — nicht aber das temporäre Schlüpfen in eine alternative Rolle in einem vorab gemeinsam definierten Spielraum.
Vertrauen beruht auf gegenseitiger schrittweiser Offenbarung. Die wachsende Menge an online verfügbaren Informationen über Personen bedroht potenziell diesen entscheidenden sozialen Mechanismus.
Ich war mehr als erstaunt, dass viele Teilnehmer ganz bewusst mehr als eine Identität pflegen und habe mich NICHT gewundert, dass sie es als anstrengend und komplex empfinden.
Besonders gefallen haben mir die Geschichten aus Second Life und die Erfahrungen, dass irgendwann das Bewusstsein nicht mehr unterscheiden konnte, was in Second Life passiert war und was im “First Life”. Diese Erfahrung der Täuschbarkeit des Gehirns über die Wirklichkeit ist für mich eine Warnung zur Vorsicht im Umgang mit virtuellen Welten.
Gefallen hat mir auch Götz’ Bild der “Dörflichkeit” des Netzes, d.h. der Entwicklung, dass es nicht mehr möglich ist, vollständig in der Anonymität der Großstadt abzutauchen und unter ihrem Deckmantel seine Egozentrik und sonstigen Unarten auszuüben. Diese werden jetzt im Netz oder in unseren sozialen Netzwerken Spuren hinterlassen. Wir haben dadurch eine größere soziale Kontrolle übereinander, was nicht nur schlecht sein muss.
Für das Erleben gibt es keine Virtualität – realer und digitaler/virtueller Raum sind eins.
Das Netz bietet die einzigartige Chance, authentisch zu sein.
Die Transparenz des Netzes wirkt der Ausgestaltung paralleler Identitäten faktisch entgegen.
Tags: Digitale Identität, Feedback, Salon Hamburg
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Meine Notizen zum Thema: http://www.goldene-zeiten.eu/trendblog/index.php?entry=entry100909-133059 mit einem Hinweis auf das Identitätsmanagement-Thema des Trendbüros…
tbc.

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