Das Internet verändert massiv die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren. Tagtäglich erleben wir dies dort, wo Menschen sich institutionell organisieren, um gemeinsam bestimmte Ziele zu erreichen: In Firmen, Parteien, Verbänden – also allgemein in Organisationen.

Dies zeigt sich etwa, wenn bisher sicher geglaubte Grenzen von Organisationen – wer gehört dazu, wer nicht – aufgeweicht und eingeübte, meist hierarchisch geprägte Kommunikationswege, umgangen werden. Beispielsweise wird die Nutzung von Facebook am Arbeitsplatz für Firmen zunehmend zum Problem. Kommuniziert der Mitarbeiter wirklich nur zum Wohle des Unternehmens, etwa mit Kunden? Oder chattet er privat mit Freunden, auch wenn es vordergründig um die Produkte der Firma geht?

Und braucht es am Ende überhaupt noch der formalen Organisation, um z.B. Arbeit effektiv zu organisieren? Können sich Menschen frei über das Web organisieren, ohne feste Organisation, wie der Vordenker Clay Shirky es postuliert? Gehört die Zukunft den fluiden Netzwerken selbständig Arbeitender, die je nach Auftragslage sich schnell zusammen finden und Ihre Kompetenzen optimal abgleichen – und das auch noch kostengünstiger da ohne den üblichen Overhead klassischer Organisationen?

 

Auf dem elften Hamburger I-15 Salon am 15. März 2012 wollen wir während eines gemeinsamen Abendessens hierzu intensiv diskutieren und uns austauschen über:

“Internet und Organisationen (der Gesellschaft) – wie verändern sich Vereine, Firmen, Parteien durch das Web?”

Eingeladen sind Menschen, die hierzu etwas Beitrag wollen und mitreden möchten; erbeten wird daher ein kurzes, ca. 3-minütiges persönliches Statement zum Thema, das folgende Elemente enthält:

a) individuelle Motivation
b) gesellschaftliche Konsequenz
c) mögliche Ideen für Handlungen

 

!!! Es sind noch einige wenige Plätze frei. !!!
Bei Interesse bitte anmelden via E-Mail an: info@i-15.de

Wir freuen uns über neugierige Menschen, die Freue haben an intensiven Gesprächsrunden

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Authentizität hat einen hohen Stellenwert – gerade in der Massengesellschaft. Wie echt ist die eigene Persönlichkeit, wie kenntlich wird ihr Eigensinn? Unter anderem Namen zu publizieren, aufzutreten und zu leben – damit spielten bisher meistens Schriftsteller, Schauspieler und Künstler. Wie in vielen anderen Lebensbereichen macht heutzutage das Internet es möglich, unter diversen Namen und mit vielen Identitäten aufzutreten. Man mag das als Vervielfältigung des Ich, als „Demokratisierung“ und somit als Freiheits-Gewinn ansehen. “Ich ist ein anderer“ – so hatte Arthur Rimbaud geschrieben. Als ein „anderer“ im Web zu posten, sich darzustellen – das kann heutzutage jeder.

Spätestens seit den spektakulären Veröffentlichungen brisanter Dokumente durch Wikileaks besitzt diese Möglichkeit, im Internet anonym zu agieren, jedoch auch gesellschaftspolitische Sprengkraft. Immer häufiger kommt daher aus der Politik der Ruf nach einem Zwang, nur mehr mit dem eigenen „Klarnamen“ im Web sich zu artikulieren.

Einen festlegenden Vorstoß hatte Google+ gestartet. Die neue Social Networking Plattform verlangte zu Beginn von Nutzern die Verwendung des Klarnamens. Dagegen protestierten viele User erfolgreich, die bisher im Internet unter einem Pseudonym aktiv sind und damit eine gewisse Bekanntheit erreicht haben. Denn für sie ist gerade der Reiz, mit einer weiteren Identität öffentlich und zugleich geschützt sein zu können. Inzwischen hat Google+ seine Policy zurück genommen.

Hieran knüpfen sich nun Fragestellungen, welche spielerischen Möglichkeiten etwa das “wer bin ich – und wenn ja wie viele” im Netz eröffnen? Wohin führt die Netz-Schauspielerei in Zeiten, in denen der Ruf nach Authentizität wächst? Inwieweit verändern Pseudonyme und Anonymität die Kommunikation? Und in welchen Zusammenhängen ist Anonymität erforderlich – und ab wann wird sie für eine Gesellschaft problematisch?

Auf dem zehnten Hamburger I-15 Salon am 23. November 2011 wollen wir während eines gemeinsamen Abendessens hierzu intensiv diskutieren und uns austauschen über:

“Pseudonyme und Anonymität in Zeiten von Internet und Datenbanken”

Eingeladen sind Menschen, die hierzu etwas Beitrag wollen und mitreden möchten; erbeten wird daher ein kurzes, ca. 3-minütiges persönliches Statement zum Thema, das folgende Elemente enthält:

a) individuelle Motivation
b) gesellschaftliche Konsequenz
c) mögliche Ideen für Handlungen

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Wie die Gesellschaft von Filtern beeinflusst wird und wie abhängig wir von Filtern sind –
das war die Thematik, mit der sich der analoge Salon für digitale Themen am 27. September beschäftigt hat. Unter der Moderation von Moritz Avenarius kamen zwölf Personen mit unterschiedlichem Hintergrund im Hamburg Business Club zusammen, um die individuellen Positionen auszutauschen, die gesellschaftlichen Konsequenzen zu diskutieren und mögliche Handlungsanweisungen zu entdecken.

Individuelle Motivation:
Die Teilnehmer um die Initiatoren Tina Kalow und Peter Kabel stellten in drei-Minuten-Statements ihre Standpunkte zu Internetfiltern dar. Die übereinstimmende Meinung, dass wir tagtäglich sowohl im Internet als auch im Alltag vielfältig mit Filtern konfrontiert sind, war einer der wenigen Punkte, über die Konsenz herrschte.

Ein Teilnehmer berichtete über das E-Mails einer Freundin bei E-Mail Providern im Spamordner landen, da der Nachname der Freunin in Kombination mit einem unpassenden Betreff ausgefiltert werden. Wichtige Informationen werden so wohlmöglich nicht zugestellt. Die technische Lösung, die auf logischen und semantischen Parametern basiert, setzt sich über unsere persönliche Filter, nämlich Bekannte und Freunde, hinweg und unterbindet die Zustellung von für uns relevanter Information.

Ein Großteil aller Internetsitzungen startet mit der Suchmaschine Google, die bei gleicher Suchanfrage unterschiedliche Ergebnisse ausliefert – abhängig vom jeweiligen Nutzer. Somit stellt sich die Frage, ob von einer Objektivität gesprochen werden kann, wenn Suchergebnisse aufgrund des Surfverhaltens angezeigt werden. Hierbei wurde mehrfach auf das folgende Video von Eli Pariser und dessen Buch The Filter Bubble verwiesen, in dem demonstriert wird, dass es kein objektives Suchergebnis von Google gibt.

Farid Müller, Abgeordneter der Hamburger Bürgschaft, führte an, dass auch die Demokratie auf Filtern basiere. Sein Bürgschaftsmandat hat er durch eine demokratische Wahl erhalten. Auch hier greift das Prinzip der Filterung: Der Wähler entscheidet sich an der Wahlurne für den Kandidaten, dessen Ansichten er am ehesten teilt. Insofern filtert er die Differenzen raus und konzentriert sich auf den Konsens. Filter beschränken demnach nicht nur Information, sondern tragen auch zur Anreicherung von Information bei.

Kixka Nebraska bestätigte dies anhand des Zuwachses ihrer Follower um über 80 Prozent, nachdem sie von Sascha Lobo bei Google+ im Circle: German Essential aufgenommen wurde. Die Erkenntnis, dass Filter auch als Verstärker eingesetzt werden können, zeigt sich auch angesichts der werblichen Aussagen mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind. Ständige Wiederholung von Werbebotschaften gipfeln in personalisierter, dem Umfeld angepasster Werbung, und Retargeting.
Die Filter, denen wir tagtäglich ausgesetzt sind, sind somit ganz unterschiedlicher Art. Sie basieren auf technischen, politischen oder wirtschaftlichen Interessen der Akteure.

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für eine Gesellschaft?

Kontrollverlust
Jeder der Filter nutzt, oder diesen ausgesetzt ist, gibt eine gewisse Kontrolle ab. Wir wissen nicht, weshalb uns Suchmaschinen bestimmte Ergebnisse anzeigen. Genauso wissen wir nicht, weshalb uns bei sozialen Netzwerken bestimmte Inhalte angezeigt, oder verborgen werden. Die Verbreitung der gefilterten Informationen lässt uns nicht kontrollieren, ob wir auch nur die unvollständige Information sehen möchten.

Steigerung der Effizienz
Durch die Nutzung von Suchmaschinen zur Beantwortung von Fragen, überträgt man die Durchsicht von mehreren Milliarden Internetseiten an eine Suchmaschine, in der Hoffnung, von ihr das passende Ergebnis angezeigt zu bekommen. Niemand könnte selbst alle Webseiten durchsuchen, daher helfen Filter der Gesellschaft, effizienter zu sein und weniger Zeit mit der Suche nach Information zu vergeuden.

Doch birgt diese Effizienz auch eine gewisse Gefahr für die Bildung von blinden Flecken und für Manipulation.

Mögliche Manipulation
Die Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken und das Tracking unseres Surfverhaltens hilft Akteuren mit wirtschaftlichem Interesse, uns spezielle Angebote wiederholt vor Augen zu führen. So wussten Teilnehmer zu berichten, dass sie nach einer spät abendlichen Netzsession plötzlich Augentropfen als Anzeigen gereicht bekamen. Diese Anzeigen werden durch unserer Bewegungen im Netz ausgelöst und liefern das Futter für die Personalisierung von Angeboten. Die Nutzer selbst liefern die Relevanz für die ihnen angezeigten Werbemittel. Die ökonomische Logik baut lediglich auf diesem Zustand auf und bedient sich bestimmter Algorithmen.

Algorithmen als zusätzliches Sinnesorgan
“Algorithmen sind ein gesellschaftliches Sinnesorgan, das die Blicke schärfen kann.”, merkte Jens Best und führt an, das erst durch Filter eine gewisse Kontextualisierung entsteht. Somit entsteht eine Macht auf Seiten der Besitzer bzw. Nutzer dieser Algorithmen. Ähnlich der Coca-Cola Formel ist der Suchalgorithmus von Google nicht veröffentlicht und geistiges Eigentum, welches Internetnutzern vermietet wird. Über diesen Algorithmus definiert sich die Auffindbarkeit und Distribution von Inhalten im Netz.
Doch trotz des Einsatzes von Algorithmen kann der Gesellschaft nicht abgenommen werden, Entscheidungen zu fällen. Die Balance zwischen Information und Entscheidung kann weiterhin weder durch Filter noch durch andere technische Hilfsmittel ersetzt werden. Je fundierter eine Entscheidung durch das Vorliegen von viel Information untermauert werden kann, desto seltener werden Impulsentscheidungen gefällt. Impulsentscheidungen haben jedoch immer einen gewissen zeitlichen Vorsprung.

Eingedämmte Information
Viel Information erreicht uns aus sozialen Netzwerken, in denen wir uns mit Freunden und Bekannten vernetzt haben. Information, die über das Zwischenmenschliche hinausgeht, unterliegt einer Verflachung. Unser soziales Netzwerk entspricht meist nicht unserem sozialen Umfeld in der Realität – wir umgeben uns dort meist mit Personen, die aus einem ähnlichen sozialen Milieu stammen oder ähnliche Ansichten vertreten. Wenn diese Personen nun wiederum Information und Inhalte mit uns teilen, stammen diese aus einem uns ähnlichem Umfeld. Dadurch lauert die Gefahr, dass der soziale Graph in seinem eigenen Saft darbt und nur wenige Inhalte und Einflüsse von außen eindringen. Die geteilte Information mag für den Einzelnen von großer Relevanz sein, jedoch birgt diese einseitige Informationszufuhr die Gefahr, blinde Flecken zu entwickeln.

Wenn wir Filter schon nicht umgehen können, welche Erwartungen müssen wir an sie stellen und wie können wir sie am besten nutzen?
Der höchste Filter ist unsere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Was filtert der Einzelne und was teilt er der Gesellschaft mit? In einer Zeit, in der das klassische Sender-Empfänger-Verhältnis längst obsolet ist,  sind wir dafür verantwortlich, wie viel Information wir über uns oder andere veröffentlichen. Genauso muss man sich damit abfinden, nicht alle vorhandene Information einsehen zu müssen.

Serendipität
Algorithmen lassen keinen Spielraum für Zufälle. Zufälle begünstigen jedoch die persönliche Entwicklung oder auch die Entstehung großer Erfindungen. Der Einsatz hochtechnologischer Filter beraubt uns dieses Zufalls, der unlogischen Kombination von Existierendem. Wer weiß, ob die bisher genutzten Algorithmen überhaupt mein tatsächliches Interesse erfasst haben? Vielleicht habe ich mich bisher im Netz nur auf den falschen Seiten bewegt? Da mir nun aber ständig ähnliche Seiten gezeigt werden, verliere ich die Möglichkeit, zufällig auf Schmuckstücke zu stoßen.

Medienkompetenz
Eine weitere Handlungsmöglichkeit wäre die Erhöhung der Medienkompetenz der Gesellschaft. Mit der Anschaffung von Anlaufstellen und Instanzen könnte anschaulich erklärt werden, weshalb welche Information wo angezeigt wird. Auf diese Weise kann der Bürger davon abgehalten werden, wirtschaftlich oder politisch manipuliert zu werden.

Presse-Grosso
Ein weiterer Vorschlag ist, ein Pendant zum Presse-Grosso im Internet einzuführen. Der Presse-Grosso sichert in Deutschland die Pressefreiheit,  Artikel 5 des Grundgesetzes: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. Niemand weiß die tatsächliche Funktionsweise des Suchalgorithmus von Google. Da Google die Rolle eines mächtigen Distributors von Information eingenommen hat, muss sichergestellt werden, dass alle Information, solange sie die allgemeinen Gesetze nicht verletzt, über Google verteilt wird.

” Zeige Alle” –  Button
Eine konkrete Umsetzung um die Anzeige von Suchergebnissen entsprechend dem Surfverhalten zu erweitern, könnte die Einführung eines “Zeige Alle” – Buttons sein. Mit Hilfe dieses Schalters hätte der Nutzer die Möglichkeit, das tatsächliche, “objektive” Suchergebnis angezeigt zu bekommen, welches Unabhängig von seinen persönlichen Parametern ist.

Wie alle bisherigen i-15 Veranstaltungen war auch dieser Salon geprägt von offenen Diskussionen, einem fairen Umgang miteinander und ehrlicher Meinung. Gerne laden wir Leser dieses Artikels dazu ein, an einem der nächsten Termine teilzunehmen. Dazu entweder einen der bekannten oder genannten Teilnehmer ansprechen, oder diesen Blog verfolgen, auf dem alle weiteren Veranstaltungen angekündigt werden.

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Themenfokus: Zwischen Filtersourveränität und Scheuklappen – wie die Gesellschaft von Filtern beeinflusst wird und wie abhängig wir von Filtern sind“

Wissen Sie noch, was in der Zeitung stand, die Sie heute gelesen oder was die Themen in den Nachrichten waren, die sie gestern gesehen haben? Dass man auf so eine Frage nicht mit einer wirklich vollständigen Aufzählung antworten kann, liegt nicht nur daran, dass sich Menschen nicht alles merken können, was sie erleben und erfahren. Wir nehmen selektiv war. Wir merken uns besser, was uns interessiert, wir lesen und sehen meist, was uns ohnehin interessiert. Wir konsumieren die Medien, die tendenziell ohnehin die Meinungen bestätigen, die wir uns gebildet haben.

Wir filtern. Tag für Tag sortieren wir aus dem Strom an Informationen und Eindrücken unsere ganz persönliche Sicht. Durch die Digitalisierung und die Vernetzung tritt dieser Aspekt des Lebens – und das Paradoxon, dass Gesellschaft als gemeinschaftliche Übereinkunft trotzdem funktioniert, obwohl jeder im Grunde alles ganz individuell wahrnimmt – deutlicher denn je zuvor. Die Informationsmenge, aus der jeder, der über einen Internetanschluss verfügt, Wissen gewinnen kann, ist so groß wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Suchmaschinen oder die Empfehlungen von Freunden und Bekannten helfen uns, aus dem allgegenwärtigen Informationsfluss das herauszufischen, was für uns wichtig ist. Oder? Read the rest of this entry »

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Eine zweite Chance hat jeder verdient. Aber: Das Netz vergisst nie etwas. Jugendsünden oder Verleumdungen finden Suchende dank Google und anderer Suchmaschinen immer wieder, auch wenn die Betroffenen mit diesen Web-Inhalten nicht mehr konfrontiert werden wollen. Gibt es Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun? Marc Pentermann hat auf seiner Webseite “Der Webanhalter” einen lesenswerten Artikel darüber geschrieben, ob und wie man seinen eigenen Namen bei Google wieder entfernen kann.

Ich habe ihn auf meiner Webseite Googlereport mit seiner Genehmigung veröffentlich, weil ich denke, dass uns allen ein paar Kniffe für das digitale Zeitlater gut tun. Selbstbestimmung ist für mich die alternative zum Kontrollverlust, den zu aktzeptieren auch bedeutet, das Netz und die Technologien und sozialen Dynamiken, die es antreiben, als etwas zu definieren, das man gleich den Naturgewalten geschehen lassen muss. Ich halte es für sinnvoller, Digitalisierung und Vernetzung als technische und soziale Prozesse zu begreifen – von Menschen gemacht, also auch: von Menschen zu beeinflussen.

Wie können Netznutzer gegenüber großen Online-Riesen ihre Interessen artikulieren? Eine Antwort können Online-Petitionen sein, in denen die Nutzer kund tun, was sie wollen oder was ihnen nicht passt. Ein Beispiel dafür startete am letzten Samstag. Ich hab es für den Googlereport aufgegriffen, denke aber, es passt gut zu den Gedanken, die sich auch die I15 macht. Here we go:

Seit Samstag sammelt der amerikanische Student Frank Rizzo im Rahmen einer Petition Unterschriften, mit denen er Google dazu bringen will, auf Basis von Googles Telefondienst Google Voice eine eigene Voice-over-IP-Anwendung zu veröffentlichen. Bis heute haben erst 3100 Menschen die Petition unterschrieben. Trotzdem ist sie ein interessantes Experiment. Ein Interview. Read the rest of this entry »

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Wenn wir als Netzgemeinschaft in der Lage sein wollen, mit den Unternehmen und Institutionen (Politik z.B.) in den Dialog zu treten, um unsere Interessen zu vertreten und dafür zu sorgen, dass Regelungen und Policies in unserem Sinne sind, stellt sich die Frage, wie das gelingen kann. Wie interventionsfähig sind “die Netznutzer”, welche ihrer Kampagnen laufen gut, welche schlecht, und warum ist das so? Dies zu untersuchen, ist für mich ein wesentlicher Ansatz um handlungsfähig zu werden, wenn es darum geht, die Spielregeln in der digitalen Welt ein wenig mitzugestalten. Read the rest of this entry »

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Wo liegt die Grenze? Was ist privat, was ist öffentlich? Konnte in der Vergangenheit die Grenze klar gezogen werden, verschwimmt diese durch die omnipräsente Außendarstellung des Individuums im Netz immer mehr.

Rückblick
Auch in der Vergangenheit war nur das privat, was dem Einzelnen bekannt war: Unsere intimsten Informationen, Geheimnisse, politische Ansichten und Gesundheitszustände. Außer vielleicht meinem Arzt und dem Pfarrer war diese Information niemandem bekannt. Und diese waren auf Grund von Gesetzen zum Schweigen verurteilt. Hielten sie sich nicht daran folgte die rechtliche Räson. Habe ich meinen engeren Bekanntenkreis in meine Geheimnisse eingeweiht, war dies durch Vertrauen gesichert. Ein Vertrauen, das beim Missbrauch zu Nachteilen für mich führen konnte, aber nur eine bestimmte Reichweite hatte, die durch die direkten Kontakte meiner Bekannten definiert war.

Gegenwart
Durch den Einzug der digitalen Medien und der offenen Nutzung für alle kann der Missbrauch meines Vertrauens viel weitreichender sein. Ich bin Teil der Öffentlichkeit. Nicht unbedingt weil meine Geheimnisse für alle interessant sind, sonder eher dadurch, dass die Geheimnisse für viel mehr Menschen auffindbar sind. Festgehalten im Netz und in digitaler Form die für unterschiedliche Suchalgorithmen auffindbar sind. Das ist die persönliche Betrachtung aus der ich nur ein Handeln ableiten kann.

Forderung
Ich darf im Netz nur über mich und meine Geheimnisse sprechen. Die Wahrung der Intimsphäre all meiner Bekannten verbietet mir, irgendwelche Informationen über diese im Netz zu verbreiten. Ich möchte sogar so weit gehen, niemandem im Netz zum Geburtstag zu gratulieren, wenn sein Geburtstag nicht von ihm selbst irgendwo angelegt ist.

Personen des öffentlichen Lebens
Auch wenn die Definition von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nicht einfach ist, waren deren Privatheit schon in der Vergangenheit Opfer und Ziel analoger Medien. Trotz des investigativen Journalismus, der versuchte das eine oder andere Versäumnis oder Fehlverhalten dieser Personen auf zu decken, verstanden diese Personen Geheimnisse weiterhin zu verbergen. Wikileaks oder auch Abgeordnetenwatch sind Beispiele, die diese Bastion fallen lassen. Wer im öffentlichen Leben steht oder stehen möchte und eine Verantwortung für viele Leute trägt, muss mit der Öffentlichkeit leben und durch diese gewissermaßen kontrolliert werden. Dabei rede ich nicht vom öffentlichen Pranger, sondern eher von der Transparenz von Entscheidungsträgern.

Aktuelles Beispiel
Ein aktuelles Beispiel welches die Fehlleitung der weltweiten öffentlichen Aufmerksamkeit veranschaulicht ist der Fall von Neda Soltani. Die iranische Dozentin wurde mit der ermordeten Neda Soltan verwechselt und das Bild ihres Gesichtes mit dem falschen Namen in die Öffentlichkeit gezerrt. Plötzlich war sie mit Anrufen und Anfragen von Freunden und Bekannten konfrontiert, ob sie noch lebe. Darüber hinaus bekam sie auch Besuch vom iranischen Geheimdienst, der sie aufforderte, sich als die „angeblich“ ermordete Neda zu erkennen zu geben um den iranischen Staat rein zu waschen. Auslöser für diese Verwechslung war vermutlich ein einfacher Vertipper eines Internetnutzers, der die unterschiedlichen Persönlichkeiten in Verbindung brachte. Diese Verwechslung hat für Neda Soltani schlimmste Folgen. Mittlerweile musste sie ihr Heimatland verlassen und lebt hier in Deutschland.

Fazit
In unserer Kommunikation und in unserem Handeln gilt es als höchstes Gut, die Privatheit meiner Bekannten zu schützen. Ich darf nichts über andere Personen in die Welt setzen, was falsch, unwahr oder sensibel ist.

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Bereits den 4. Hamburger I-15 Salon werden wir am Donnerstag den 01. Juli durchführen. Ab 18:45h geht es los in der Plangeschen Villa des Business Club Hamburg im Heine-Park an der Elbchaussee 43.

Dort diskutieren wir über das Thema „Erinnern und Vergessen in Zeiten des Internet.

PS: Der Abend ist fussball-frei ;)

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Am Mittwoch den 14. Juli wird wird der 2.  I-15 Salon in Berlin statt finden. Wir treffen uns ab 18:45h im Kaminzimmer des Restaurant Brel am Savignyplatz 1.

Diskutieren werden wir über die “Neudefinition von Privatheit und Öffentlichkeit, die sich durch die Entwicklungen im Internet bereits ankündigen.

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